Gesundheit geht vor: Désirée Blanco beendet ihre Schiedsrichterkarriere sofort
von belmedia Redaktion -schweizweit Allgemein Fussball Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz soccer.ch Sport sportaktuell.ch Super League Themen Verbreitung
Désirée Blanco beendet ihre Laufbahn als Spitzenschiedsrichterin früher als geplant. Bei einer kardiologischen Kontrolle wurden bei der 43-jährigen Bernerin Auffälligkeiten festgestellt. Blanco trägt seit vier Jahren einen Herzschrittmacher und hat sich deshalb entschieden, die Belastungen des Spitzenfussballs nicht länger auf sich zu nehmen.
Eigentlich wollte Blanco noch bis zum Ende der Saison 2026/27 als Schiedsrichterin im Einsatz stehen. Ihr letztes Spiel leitete sie nun bereits am Sonntag beim 3:1-Sieg des FC Lugano beim FC Basel im St. Jakob-Park.
Der vorzeitige Rücktritt kommt damit nur wenige Wochen nach einer Untersuchung Anfang August. Blanco betont, dass sie sich grundsätzlich gesund und fit fühle und weiterhin Sport treiben dürfe – allerdings nicht mehr auf dem bisherigen Leistungsniveau.
Über den überraschenden Rücktritt hatte der Redaktionsverbund bereits nach der Bekanntgabe des Entscheids berichtet.
Auffälligkeiten bei kardiologischer Kontrolle
Ausschlaggebend für den sofortigen Entscheid waren die Ergebnisse einer kardiologischen Kontrolle Anfang August.
Blanco wurde vor vier Jahren ein Herzschrittmacher eingesetzt. Bei der jüngsten Untersuchung zeigten sich nun Auffälligkeiten, die sie dazu bewogen, ihre Prioritäten neu zu setzen.
Die Bernerin erklärte, sie fühle sich grundsätzlich kerngesund und topfit. Sport dürfe sie weiterhin betreiben, die hohen körperlichen Belastungen des Spitzenschiedsrichterwesens wolle sie jedoch nicht mehr eingehen.
Neben der gesundheitlichen Situation spielten nach Angaben des Schweizerischen Fussballverbandes auch neue Aufgaben im familiären und beruflichen Umfeld eine Rolle.
Letzter Einsatz beim 3:1 von Lugano in Basel
Blancos letzter Auftritt auf höchster nationaler Stufe fand am 6. September statt.
Im St. Jakob-Park leitete sie die Super-League-Partie zwischen dem FC Basel und dem FC Lugano. Die Tessiner setzten sich mit 3:1 durch.
Für Blanco endete damit eine aussergewöhnliche Laufbahn, die sie sowohl als Spielerin als auch später als Schiedsrichterin bis auf internationales Niveau geführt hatte.
Ursprünglich war vorgesehen, dass sie ihre Karriere erst nach Abschluss der laufenden Saison beendet.
Vom Schweizer Nationalteam zur FIFA-Schiedsrichterin
Bevor Blanco an die Pfeife wechselte, spielte sie selbst auf hohem Niveau Fussball. Sie absolvierte 13 Länderspiele für die Schweizer Nationalmannschaft.
2009 musste sie sich zwischen dem Halbprofitum als Spielerin bei GC/Schwerzenbach und einer Laufbahn als Schiedsrichterin entscheiden. Sie wählte den Weg als Referee und begann zunächst in der 3. Liga.
Der Aufstieg verlief schnell. Bereits 2012 erhielt Blanco den FIFA-Status im Frauenfussball.
2022 qualifizierte sie sich für Einsätze in der Challenge League. Am 20. April 2024 folgte beim Spiel zwischen Yverdon Sport und Stade-Lausanne-Ouchy ihr Debüt in der Super League der Männer.
23 Super-League-Spiele geleitet
Insgesamt leitete Blanco 23 Begegnungen in der Super League.
Hinzu kamen 33 Einsätze in der Challenge League sowie elf Spiele im Schweizer Cup der Männer.
Damit gehörte sie zu den wenigen Schweizer Schiedsrichterinnen, die sich dauerhaft im professionellen Männerfussball etablieren konnten.
International war Blanco ebenfalls regelmässig im Einsatz und gehörte zuletzt zur Elite-Gruppe der UEFA-Schiedsrichterinnen.
Women’s EURO 2025 als Karriere-Höhepunkt
Einer der bedeutendsten Momente ihrer Karriere war die Women’s EURO 2025 in der Schweiz.
Gemeinsam mit ihren Assistentinnen Susanne Küng und Linda Schmid leitete Blanco bei der Heim-EM zwei Spiele.
Sie war damit nach Nicole Petignat und Esther Staubli erst die dritte Schweizer Schiedsrichterin, die sowohl bei einer Frauen-EM-Endrunde als auch im professionellen Männerfussball zum Einsatz kam.
Zu ihren weiteren Höhepunkten gehörten der Final der U17-Frauen-EM 2018, der AXA Women’s Cup 2023 und das Final-Rückspiel der Women’s Super League 2024.
Auch in der Champions League im Einsatz
Mit der Aufnahme in die UEFA-Elitegruppe erhielt Blanco auch bedeutende Einsätze in der Women’s Champions League.
Im April 2026 leitete sie unter anderem das Halbfinal-Hinspiel zwischen Arsenal und OL Lyonnes.
Ihr letzter internationaler Auftritt folgte am 26. August 2026 in der Qualifikation zur Women’s Champions League zwischen St. Pölten und Juventus Turin.
Nur wenige Tage später stand fest, dass es zugleich einer ihrer letzten Einsätze überhaupt gewesen war.
Blanco bleibt dem Schiedsrichterwesen erhalten
Vollständig zieht sich Blanco trotz des Karriereendes nicht aus dem Schiedsrichterwesen zurück.
Sie soll künftig als Coach junge Schiedsrichterinnen begleiten und ihre langjährige Erfahrung weitergeben.
Damit bleibt eine der prägendsten Schweizer Schiedsrichterinnen der vergangenen Jahre dem Fussball erhalten – auch wenn sie selbst nicht mehr auf dem Platz stehen wird.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert