Sion sagt selbst bei 30 Millionen Nein – Boteli bleibt trotz Galatasaray-Interesse

Der FC Sion hält an Winsley Boteli fest – selbst bei Summen um 30 Millionen Franken. Galatasaray signalisierte laut Sion-Präsident Christian Constantin die Bereitschaft, für den 20-jährigen Stürmer in diese Grössenordnung vorzustossen. Constantin lehnt einen Wechsel dennoch ab und will Botelis nächsten Karriereschritt sorgfältig planen.

Damit endet zumindest vorerst eines der spektakulärsten Transfer-Theater dieses Schweizer Fussballsommers. Bereits Crystal Palace hatte konkretes Interesse an Boteli gezeigt und eine Summe um 20 Millionen Franken ins Spiel gebracht.

Constantin hatte schon damals klargemacht, dass er sein Sturmjuwel nicht verkaufen wolle. Nun bestätigt der Sion-Präsident, dass selbst ein finanziell noch deutlich lukrativerer Vorstoss von Galatasaray seine Haltung nicht geändert hat.

Galatasaray signalisiert Bereitschaft für 30 Millionen

Gemäss Constantin liess Galatasaray erkennen, dass sich der türkische Spitzenclub eine Ablösesumme in der Grössenordnung von 30 Millionen vorstellen könne.

Von einem bereits eingereichten formellen Angebot über exakt 30 Millionen ist dabei allerdings nicht die Rede. Das finanzielle Signal aus Istanbul war für Sion dennoch deutlich genug.

Constantin blieb trotzdem bei seiner Linie. Er hatte Boteli und dessen Umfeld zugesichert, den jungen Angreifer diesen Sommer nicht um jeden Preis abzugeben.

Constantin hält Galatasaray für den falschen nächsten Schritt

Neben der sportlichen Bedeutung Botelis für Sion spielt für den Präsidenten vor allem dessen weitere Karriereplanung eine Rolle.

Constantin erklärte, dass er Galatasaray zwar sehr schätze, den Club für Boteli zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht als ideale Station betrachte. Der Konkurrenzkampf im grossen Kader und die zahlreichen personellen Wechsel würden einem jungen Spieler kaum die gewünschte Ruhe für den nächsten Entwicklungsschritt bieten.

Sion wolle Boteli zunächst weiter aufbauen und später gemeinsam mit dem Spieler und seinem Umfeld entscheiden, welcher Club am besten zu seiner Entwicklung passe.

Von Gladbach für vergleichsweise wenig Geld verpflichtet

Der finanzielle Wertzuwachs des 20-Jährigen ist bemerkenswert. Boteli spielte in der vergangenen Saison zunächst auf Leihbasis für Sion.

Im Mai zog der Walliser Club die Kaufoption und stattete den Schweizer U21-Nationalspieler mit einem Vertrag bis Sommer 2030 aus. Medienberichten zufolge bezahlte Sion Borussia Mönchengladbach dafür etwas mehr als drei Millionen Franken.

Nur wenige Monate später werden für den Angreifer bereits Summen diskutiert, die ein Vielfaches dieser Investition ausmachen.

Zwölf Tore sorgen für internationales Interesse

Grund für die enorme Nachfrage ist Botelis aussergewöhnlicher Saisonstart.

Vor der jüngsten Partie gegen Thun hatte er in elf Pflichtspielen bereits zwölf Tore erzielt. Besonders sein Hattrick beim 3:5 gegen Ajax Amsterdam in der Conference-League-Qualifikation sorgte international für Aufmerksamkeit.

Wenig später entschied Boteli mit zwei Treffern auch das Super-League-Auswärtsspiel beim FC Basel praktisch im Alleingang.

Der Angreifer war deshalb zuletzt eines der grossen Themen im Schweizer Fussball. Mit zwölf Treffern in elf Pflichtspielen ging Boteli zuletzt in das Heimspiel gegen den FC Thun.

Auch Nationalmannschafts-Entscheidung steht bevor

Neben seiner Zukunft auf Clubebene steht Boteli vor einer weiteren wichtigen Entscheidung.

Der in Genf geborene Stürmer spielte bislang für Schweizer Nachwuchs-Nationalteams, kann aufgrund seiner Wurzeln aber auch für die Demokratische Republik Kongo auflaufen.

Kongos Nationaltrainer Sébastien Desabre beobachtete Boteli zuletzt persönlich. Gleichzeitig veröffentlicht Murat Yakin am 17. September das nächste Aufgebot der Schweizer Nationalmannschaft.

Constantin erklärte, dass bislang noch kein definitives Aufgebot vorliege. Boteli und seine Familie würden entscheiden, sobald die konkreten Optionen auf dem Tisch liegen.

Sion setzt sportlich weiter auf sein Sturmjuwel

Für den FC Sion zählt vorerst vor allem die sportliche Gegenwart. Nach dem dramatischen 3:2-Heimsieg gegen den FC Thun wartet am Samstag das Auswärtsspiel beim FC St. Gallen.

Boteli bleibt dabei eine der wichtigsten Offensivwaffen von Trainer Didier Tholot.

Spätestens im nächsten Transferfenster dürfte das internationale Interesse erneut aufflammen. Nach dem Vorstoss von Galatasaray steht jedoch fest: Wer Boteli aus dem Wallis holen will, benötigt nicht nur sehr viel Geld, sondern muss Constantin offenbar auch von einem überzeugenden Karriereplan für den jungen Stürmer überzeugen.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert